Steckbrief I

PAK — Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

Kurzantwort

PAK sind eine Stoffgruppe aus mehreren hundert Verbindungen, die bei unvollständiger Verbrennung organischen Materials entstehen — in Gebäuden stammen sie fast immer aus Steinkohlenteer-Produkten wie Parkettkleber, Dachbahnen oder altem Asphalt. Mehrere PAK sind als krebserzeugend eingestuft; Leitparameter ist Benzo[a]pyren. Bewertet wird die Summe der 16 EPA-PAK, zur Orientierung nach TRGS 551/UBA: unter 50 mg/kg unbedenklich, 50–1.000 mg/kg mit Vorsicht, über 1.000 mg/kg erheblich.

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2026

Hinweis: Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Einzelfallberatung, Vor-Ort-Begutachtung oder rechtliche Prüfung.

Kurzprofil PAK
StoffgruppePolyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe; im Labor bestimmt als Summe der 16 EPA-PAK
LeitparameterBenzo[a]pyren (krebserzeugend eingestuft)
Typische MatrixTeerhaltiger Parkettkleber, Dachbahnen/Dachpappe, teerhaltiger Asphalt, Teerkork, Imprägnierungen
NachweisMaterialprobe, Lösungsmittelextraktion, Analyse per GC-MS
BewertungTRGS 551/UBA-Orientierung: < 50 / 50–1.000 / > 1.000 mg/kg (Summe EPA-16)
Analyse verfügbar?Ja — PAK-Analyse über Schadstoffalarm.de bestellbar

Was sind PAK?

Kurz: PAK entstehen bei unvollständiger Verbrennung organischen Materials und sind Hauptbestandteil von Steinkohlenteer — dem Bindemittel vieler alter Bauprodukte.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bestehen aus mehreren miteinander verbundenen Benzolringen. Je mehr Ringe, desto schwerflüchtiger und langlebiger ist die Verbindung. Weil eine Einzelbestimmung aller Vertreter unpraktikabel wäre, hat sich die Liste der US-Umweltbehörde EPA mit 16 Leitsubstanzen als Analysestandard etabliert: Labore weisen diese 16 PAK einzeln nach und bewerten die Summe. Als Leitparameter für die krebserzeugende Wirkung dient Benzo[a]pyren.

In Gebäuden ist die Quelle fast immer Teer: Bis in die Nachkriegsjahrzehnte war Steinkohlenteer ein billiges, wasserdichtes und klebstarkes Bindemittel. Erst später wurde er durch das deutlich PAK-ärmere Erdölprodukt Bitumen verdrängt — optisch sind beide kaum zu unterscheiden.

Wo kommen PAK in Gebäuden vor?

Kurz: Vor allem in schwarzem Parkett- und Belagskleber der Zeit bis in die 1970er-Jahre, in alten Dachbahnen, teerhaltigem Asphalt und Teerkork.

Typische Fundsituationen, in denen sich Eigentümer und Renovierer wiederfinden:

  • Parkett und Dielen im Altbau: Beim Herausnehmen alter Stäbchenparkette kommt eine schwarze, spröde bis zähe Klebeschicht zum Vorschein — der klassische Verdachtsfall „Teerkleber“.
  • Flachdach und Garage: Mehrlagige alte Dachbahnen und Anstriche können teerhaltig sein, besonders bei Aufbauten aus der Vorkriegs- und frühen Nachkriegszeit.
  • Hof und Einfahrt: Alter Asphalt kann Teer als Bindemittel enthalten; das wird spätestens bei der Entsorgung des Aufbruchs relevant.
  • Dämmung und Abdichtung: Teerkork an Kellerwänden und Decken, Carbolineum-Imprägnierungen an Holz, Anstriche auf erdberührten Bauteilen.

Verwandte Themen im Lexikon: In Altbauten mit Teerkleber lohnt oft auch der Blick in den Asbest-Steckbrief — beide Verdachtslagen betreffen dieselben Baujahre.

Wie gesundheitsschädlich sind PAK?

Kurz: Mehrere PAK, darunter Benzo[a]pyren, sind als krebserzeugend eingestuft. Aufnahme erfolgt vor allem über Staub und Hautkontakt, weniger über die Raumluft.

Höhermolekulare PAK sind schwerflüchtig: Sie verdampfen kaum, binden sich aber an Staubpartikel. In Wohnungen mit offenliegendem oder bearbeitetem Teerkleber ist deshalb der Hausstaub der wichtigste Pfad — relevant besonders für Kleinkinder, die auf dem Boden spielen. Niedermolekulare Vertreter wie Naphthalin gasen dagegen aus und verursachen den charakteristischen Teergeruch.

Am kritischsten ist die Bearbeitung: Wer alten Kleber trocken abschleift oder abfräst, erzeugt feinen, PAK-beladenen Staub und verteilt ihn in der Wohnung. Genau deshalb sollte die Belastung vor Beginn solcher Arbeiten bekannt sein.

Wie werden PAK nachgewiesen?

Kurz: Eine Materialprobe wird im Labor mit Lösungsmittel extrahiert und per GC-MS auf die 16 EPA-PAK untersucht; das Ergebnis wird als Summe in mg/kg angegeben.

Für die Probe genügt in der Regel ein kleines Stück des verdächtigen Materials — beim Kleber etwa einige abgelöste Brocken mitsamt anhaftender Kleberschicht. Die Probe wird dicht verpackt (Zip-Beutel) und eingesandt. Die Auswertung erfolgt in DAkkS-akkreditierten Partnerlaboren (DIN EN ISO/IEC 17025). Der Befund weist die Einzelwerte der 16 EPA-PAK, die Summe und den Leitparameter Benzo[a]pyren aus.

Ein Laborergebnis bezieht sich ausschließlich auf die eingesandte Probe. Wurde in verschiedenen Räumen zu verschiedenen Zeiten geklebt, sollten Sie je Verdachtsfläche eine eigene Probe untersuchen lassen.

Wie wird ein PAK-Ergebnis bewertet?

Kurz: Zur Orientierung dienen die Stufen nach TRGS 551/UBA: unter 50 mg/kg unbedenklich, 50–1.000 mg/kg mit Vorsicht, über 1.000 mg/kg erhebliche Belastung.

PAK-Bewertungsstufen (Summe EPA-16, Orientierung nach TRGS 551/UBA)
Summe EPA-16EinstufungPraktische Konsequenz
< 50 mg/kgunbedenklichKein PAK-spezifischer Handlungsbedarf; normale Entsorgungswege prüfen
50–1.000 mg/kgmit Vorsicht zu behandelnStaubarm arbeiten, Staubeintrag in Wohnräume vermeiden, Entsorgung klären
> 1.000 mg/kgerhebliche BelastungNicht selbst schleifen/fräsen; Vorgehen fachlich planen, Deklaration für die Entsorgung

Für die Entsorgung von Bauschutt mit PAK gelten eigene Maßstäbe: Probenahme nach LAGA PN 2/98, Zuordnung zu Z-Klassen bzw. Deponieklassen nach Deponieverordnung. Der Bewertungsmaßstab hängt also vom Zweck ab — Innenraum-Einschätzung oder Abfalldeklaration.

Wenn Sie sichergehen wollen

Ob der schwarze Kleber unter Ihrem Boden Teer oder harmloses Bitumen ist, klärt eine PAK-Analyse der 16 EPA-Parameter. Die Auswertung erfolgt in DAkkS-akkreditierten Partnerlaboren (DIN EN ISO/IEC 17025).

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Häufige Fragen zu PAK

Ist schwarzer Kleber unter Parkett immer teerhaltig?

Kurz: Nein — er kann auch bitumenhaltig und damit deutlich unkritischer sein. Optisch sind beide praktisch nicht zu unterscheiden.

Teer stammt aus Steinkohle und ist PAK-reich, Bitumen aus Erdöl und PAK-arm. Auch der Geruch täuscht: Beide können „nach schwarz“ riechen. Die Unterscheidung liefert nur die Analyse.

Wie gefährlich ist Teerkleber, solange er verbaut ist?

Kurz: Abgedeckter, unbeschädigter Kleber gibt wenig ab; kritisch sind offenliegende Flächen und jede staubende Bearbeitung.

Liegt intakter Belag über dem Kleber, ist die Exposition gering. Freiliegender, abgetretener Kleber erhöht die Staubbelastung. Schleifen, Fräsen oder Stemmen ohne Kenntnis der Belastung ist der eigentliche Fehler, den dieser Steckbrief verhindern soll.

Was bedeutet EPA-16?

Kurz: 16 von der US-Umweltbehörde EPA festgelegte Leitverbindungen, die stellvertretend für die gesamte PAK-Gruppe analysiert werden.

Der Summenwert dieser 16 Einzelstoffe ist die international übliche Vergleichsgröße; Benzo[a]pyren wird zusätzlich einzeln betrachtet.

Welche Werte gelten als unbedenklich?

Kurz: Unter 50 mg/kg (Summe EPA-16) gilt Material nach der TRGS-551/UBA-Orientierung als unbedenklich.

Zwischen 50 und 1.000 mg/kg ist Vorsicht geboten, oberhalb von 1.000 mg/kg liegt eine erhebliche Belastung vor — siehe Bewertungstabelle oben.

Gelangen PAK in die Raumluft?

Kurz: Überwiegend nicht als Gas, sondern staubgebunden; ausgasen kann vor allem das niedermolekulare Naphthalin.

Deshalb ist Staubmanagement die wichtigste Sofortmaßnahme: feucht wischen statt trocken fegen, offenliegende Flächen provisorisch abdecken.

Muss ich bei über 1.000 mg/kg sofort sanieren?

Kurz: Es gibt keine automatische Sanierungspflicht für Privathaushalte — aber klaren Handlungsbedarf bei Bearbeitung und Entsorgung.

Sinnvoll ist: Exposition minimieren, keine Eigenbearbeitung, Sanierung und Entsorgung mit Fachfirmen planen. Ein Laborergebnis bezieht sich ausschließlich auf die eingesandte Probe — bei großen Flächen sichern zusätzliche Proben die Entscheidung ab.

Wie wird PAK-haltiges Material entsorgt?

Kurz: Über eine Deklarationsanalyse: Probenahme nach LAGA PN 2/98, Einstufung über Z-Klassen bzw. Deponieklassen nach Deponieverordnung.

Entsorger verlangen in der Regel Analysenwerte, bevor sie Container für teerverdächtigen Aufbruch oder Kleberreste annehmen. Wer die Werte früh erhebt, vermeidet Standzeiten auf der Baustelle.

Was kostet eine PAK-Analyse?

Kurz: Aktuelle Preise und Optionen finden Sie auf schadstoffalarm.de.

Preise hängen von Optionen wie Express-Auswertung oder Detailbericht ab und ändern sich; deshalb nennt dieses Lexikon bewusst keine Beträge.


Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Einzelfallberatung, Vor-Ort-Begutachtung oder rechtliche Prüfung. Ein Laborergebnis bezieht sich ausschließlich auf die eingesandte Probe.